Karneval, Fasching oder Fastnacht gelten in vielen Regionen Deutschlands nicht nur als fünfte Jahreszeit, sondern auch als relevanter Konsumanlass. Für Handel, E-Commerce und Marken spielt die Zeit zwischen dem 11.11. und Aschermittwoch eine bedeutende Rolle. Von Karamellen, Krapfen und natürlich Kostümen haben einige Produkte in dieser Zeit Hochsaison.
Im Numerator Feiertags-Ausblick geben 29% des Umfrage-Panels an, Karneval, Fasching oder Fastnacht in diesem Jahr feiern zu wollen. Die aktuelle Verified Voices Umfrage unter 1052 Konsument:innen, die angeben, 2026 Karneval, Fasching oder Fastnacht zu feiern, gibt Einblicke in geplante Aktivitäten und Konsumverhalten.
Wie Karneval, Fastnacht und Fasching 2026 gefeiert werden
- Geselliger Anlass: Gefeiert wird überwiegend gemeinsam, häufig im öffentlichen Raum und im erweiterten Freundes- oder Familienkreis.
- Verkleidung prägt das Erlebnis: Kostüme stehen im Zentrum des Geschehens und bestimmen auch den Warenkorb.
- Der Einkauf ist eventgetrieben: Kleidung, Süßwaren, Getränke und Partyartikel dominieren, der Lebensmitteleinzelhandel spielt eine zentrale Rolle, online wird Amazon präferiert
- Das Budget bleibt meist moderat, einige investieren jedoch stark: Während viele unter 100 € bleiben, plant rund ein Zehntel mit einem Budget über 150 €.
- Gefeiert wird vor der Haustür: Die meisten feiern vor Ort, Reisen spielen nur eine untergeordnete Rolle.
Numerator Feiertags-Ausblick für Deutschland 2026

Für den Numerator Feiertags-Ausblick 2026 haben wir rund 20.000 Konsument:innen in Deutschland (n=19.755) zu ihren Plänen rund um Feierlichkeiten im Jahresverlauf befragt.
Die Umfrage wurde Anfang Februar 2026 durchgeführt und liefert Einblicke in geplante Aktivitäten, Planungen und Einkaufsverhalten zu 12 Anlässen im Jahresverlauf – vom Valentinstag bis hin zu Weihnachten und Silvester.
Der vollständige Numerator Feiertags-Ausblick 2026 bietet eine detaillierte Einordnung aller Anlässe und dient als Grundlage für die folgenden Detailanalysen zu Karneval und Valentinstag.
Spontan geplant – meist moderat budgetiert
Karneval wird überwiegend kurzfristig vorbereitet. Gut ein Drittel beginnt maximal einen Monat vor dem Anlass mit der Planung (34,1 %), darunter 11,9 % erst in der Woche vor Rosenmontag. Jede:r Fünfte trifft gar keine besonderen Vorbereitungen, während 21,8 % bereits drei Monate oder früher mit der Planung starten.
Dieses Muster setzt sich beim Budget fort. Für die Mehrheit bleibt der Anlass finanziell überschaubar: 43,4 % planen Ausgaben unter 50 €, weitere 27,6 % bewegen sich zwischen 50 € und 100 €. Daneben steht eine kleinere, aber relevante Gruppe, die deutlich mehr investiert : Rund jede:r Zehnte kalkuliert mit einem Budget von über 150 €.
Karneval, Fasching oder Fastnacht: All in or nothing
Geht es um den investierten Aufwand in Feiern und Vorbereitungen, scheiden sich die Gemüter: Gut ein Drittel zeigt (eher) vollen Einsatz rund um Karneval, Fasching und Fastnacht (36,1%). Ebenso viele geben an, (fast) keinen Aufwand in Karneval, Fasching und Fastnacht zu stecken (36,7%).
Zum Rosenmontag geht es auf die Straße und zu Veranstaltungen
Karneval wird in Deutschland überwiegend im öffentlichen Raum gefeiert. Jede:r Zweite besucht öffentliche Feiern oder Veranstaltungen, ein ähnlicher Anteil feiert bei sich oder Freund:innen und Familie zuhause. Auch im Alltag ist der Anlass präsent: 17,8 % feiern bei der Arbeit oder in der Schule. Digitale Formate spielen dagegen kaum eine Rolle. Auffällig ist zudem, dass Singlehaushalte überdurchschnittlich häufig „andere Orte“ als Feierumfeld nennen.
Der Anlass bleibt dabei lokal verankert: 71 % nehmen maximal eine Stunde Fahrzeit auf sich, längere Reisen oder Flugverbindungen sind die Ausnahme.
Wer feiert, ist meist aktiv beteiligt: 59,2 % verbringen die Zeit im erweiterten Freundes- und Familienkreis, 44,6 % verkleiden sich. Natürlich dürfen Umzüge nicht fehlen: 41 % sehen einen Umzug an, rund ein Viertel nimmt selbst daran teil. Nach dem Umzug wird gefeiert: Jede:r Dritte plant, eine Party zu besuchen. 28% begleiten Kinder zu Aktivitäten. Karneval ist damit zugleich Straßenfest, Gemeinschaftserlebnis und für viele auch Familienorganisation.
Karnevals-Einkauf: Kostüme, Kamelle und ein Drink

Der eindeutig häufigste Posten auf den Einkaufslisten für Karneval, Fasching und Fastnacht: Kostüme und Kleidung, die beinahe jede:r Zweite kauft (47%). Auch Kamelle (37,1%) und Party-Artikel (30,3%) dürfen nicht fehlen. Alkoholische Getränke landen bei einem Drittel der Feiernden im Einkaufswagen (33,3%). 15,6% geben an, nichts für die Feierlichkeiten zu kaufen.
Saisonale Produkte zu Karneval beliebt
44,9% können sich gut vorstellen, saisonale Produkte wie Süßigkeiten oder Dekorationen im Karnevals-/Faschings-/Fastnachts-Stil zu kaufen. Jede:r Vierte würde (eher) nicht zu saisonalen Produkten greifen.
Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Karneval, Fasching und Fastnacht
Die Beteiligung am Karneval ist dabei nicht für alle gleich ausgestaltet. Im Detail zeigen sich Unterschiede im Aufwand und im Konsumverhalten zwischen Männern und Frauen.
Männer geben häufiger an, (sehr) viel Aufwand in die Vorbereitungen zu investieren (40,4 % gegenüber 32,3 % der Frauen). Frauen wiederum verkleiden sich häufiger (48,2 % gegenüber 40,3 %) und greifen beim Einkauf stärker zu Kostümen (53,5 % gegenüber 39,5 %). Männer setzen beim Einkauf überdurchschnittlich häufig auf alkoholische Getränke (39,5 % gegenüber 27,7 % der Frauen). Die Daten deuten damit auf unterschiedliche Schwerpunkte im Feier- und Konsumverhalten hin.
Karnevalseinkauf findet hybrid statt
Beim Einkauf rund um Karneval zeigt sich kein klar dominierender Kanal: Ein Drittel der Feiernden kombiniert Online- und stationären Einkauf (33,9 %). Der stationäre Handel liegt leicht vorn: 22 % kaufen überwiegend im Geschäft ein, weitere 14,9 % ausschließlich stationär. Karneval ist damit kein reiner Online-Anlass, sondern stark im klassischen Alltagskauf verankert.
Besonders deutlich wird das im Lebensmitteleinzelhandel. Supermärkte (39,9 %), Discounter (32,1 %) und Hypermärkte (13,1 %) bilden die wichtigste Einkaufsbasis. Auch Drogerien spielen mit 22,2 % eine relevante Rolle. Parallel dazu ist Amazon mit 35,6 % einer der meistgenannten Anbieter. Neben dem LEH bleiben Kaufhäuser (19,6 %) und lokale Geschäfte (18,3 %) ebenfalls relevant. Der Karnevalseinkauf verteilt sich damit über mehrere Kanäle, mit klarer LEH-Basis und einer starken Online-Plattform.
Feierfreude zu Karneval, Fastnacht und Fasching überwiegt Stressfaktoren
Jede:r zweite Feiernde bewertet die Freude über den Anlass höher als möglichen Stress (52,2%). Rund ein Drittel gibt an, Freude und Stress hielten sich die Waage (37,5%). Karneval, Fasching und Fastnacht sind damit für die absolute Mehrheit ein positiver Anlass ohne großes Stresspotenzial.
Karneval ist damit kein klassischer Feiertag im traditionellen Sinn, sondern ein lokal verankertes, öffentliches und stark gemeinschaftlich geprägtes Ereignis. Der Anlass lebt von Sichtbarkeit, Verkleidung und gemeinsamen Erlebnissen. Der Warenkorb ist eventgetrieben mit moderatem Budgetrahmen und hybridem Einkaufsverhalten. Für Handel und Marken entsteht so ein kurzer, aber intensiver Konsummoment.
2026 fallen Karneval und Valentinstag auf ein Wochenende. Wie Konsumierende in Deutschland das Fest der Liebe in diesem Jahr verbringen, zeigt die Numerator Valentinstags-Umfrage.